6.3 Biodiversität & Ökosysteme
Das Dolder Grand liegt eingebettet in den Adlisbergwald – eine Lage, die nicht nur Gäste anzieht, sondern auch eine ökologische Verantwortung mit sich bringt. Die doppelte Wesentlichkeitsanalyse hat bestätigt, dass Biologische Vielfalt und Ökosysteme für die Dolder Hotel AG ein wesentliches Thema sind – sowohl hinsichtlich unserer Auswirkungen auf die Umwelt als auch mit Blick auf finanzielle Risiken: Unsere Geschäftstätigkeit ist auf intakte Ökosysteme angewiesen – von der Naturlandschaft, die das Gästeerlebnis prägt, über die Hangvegetation als Erosionsschutz bis hin zur Verfügbarkeit hochwertiger Lebensmittel und naturbasierter Materialien in der Lieferkette.
Gleichzeitig leisten wir einen aktiven positiven Beitrag: Mit rund 20 Hektaren Grünfläche – davon rund 13 Hektaren eigener Wald, eine weitläufige Parkanlage, extensiv begrünte Dachflächen sowie der Garten des Restaurant blooms – erhalten und bewirtschaften wir Biodiversitätsflächen, die unmittelbar zur urbanen Artenvielfalt am Zürichberg beitragen.
Schutzgebiete, Flächennutzung
Wald. Das Hotel grenzt direkt an ein weitläufiges Waldgebiet, das einen wertvollen Lebensraum für zahlreiche Wildtiere bietet: Rehe, Füchse, Dachse, Marder, Iltisse, Krähen, Eichelhäher und Waldkäuze sind hier heimisch. In enger Zusammenarbeit mit Grün Stadt Zürich und den zuständigen Wildhütern setzen wir uns für den Schutz dieser Artenvielfalt ein.
Parkanlage. Die Parkanlage umfasst eine sorgfältig zusammengestellte Auswahl von rund 50 verschiedenen Pflanzenarten – von einheimischen Gehölzen wie Hainbuche, Eibe und Buchsbaum bis zu ökologisch wertvollen Arten wie Felsenbirne, Kornellkirsche und Schneeball, die als Bienenweide und Vogelnährgehölze dienen. Blütenreiche Stauden wie Lavendel, Salbei und Agastache ergänzen das Angebot für Bestäuber. Die Felsenbirne und die Kornellkirsche stehen exemplarisch für den Dreiklang aus Ökologie, Kulinarik und Ästhetik: Ihre Früchte werden von unseren Köchinnen und Köchen geerntet und in der Küche weiterverarbeitet.
Garten des Restaurant blooms. Auf den hoteleigenen Beeten werden über 40 verschiedene Pflanzenarten angebaut – darunter Gemüse, Kräuter, Beeren und Obstgehölze. Die Bewirtschaftung erfolgt nach ökologischen Grundsätzen: mechanische Unkrautbekämpfung, Einsatz von Nützlingen wie Marienkäferlarven, nächtliche Bewässerung zur Wassereinsparung, Schafwollpellets als natürlicher Dünger und konsequenter Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel.
Dachbegrünungen. Die Dachflächen im Bereich der Photovoltaikanlage sind mit einer extensiven Begrünung aus 21 einheimischen Wildblumen- und Sedum-Arten versehen. Diese Massnahme gibt der Natur Lebensraum zurück und begünstigt durch Verdunstungskühlung gleichzeitig den Wirkungsgrad der Solarpanels.
Garten- und Landschaftspflege. In der gesamten Aussenanlage setzen wir auf nachhaltige Methoden: biologische Produkte, effektive Mikroorganismen, standortgerechte Bepflanzung und mechanische statt chemische Unkrautbekämpfung.
Zusammen mit dem Engagement für den Schutz des angrenzenden Waldgebiets – in Partnerschaft mit Grün Stadt Zürich und den Wildhütern – sind diese Massnahmen ein konkreter Ausdruck unseres ganzheitlichen Nachhaltigkeitsverständnisses: Natur schützen, Artenvielfalt fördern und den Lebensraum für kommende Generationen erhalten.
Bees & Friends / Tiny Dolder Grand. Im Rahmen der «Bees & Friends»-Kampagne von HotellerieSuisse und Schweiz Tourismus entstand 2025 das «Tiny Dolder Grand» – eine Miniaturversion des Ballsaals, entworfen von Maschinenbauingenieur Josua Glünkin und am Waldrand aufgestellt. Die Initiative verbindet die Förderung von Bestäuber-Lebensräumen mit einer spielerischen Sensibilisierung von Gästen und Mitarbeitenden für Biodiversität.
Die bestehenden Praktiken – der konsequente Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel, die standortgerechte Bepflanzung und die Partnerschaft mit Grün Stadt Zürich – werden weitergeführt und wo möglich ausgebaut. Die ökologische Gesundheit unserer Umgebung ist derzeit gut, aber langfristig anfällig für klimabedingte Veränderungen – insbesondere Trockenperioden, Sturmschäden und die Ausbreitung invasiver Arten. Quantitative Biodiversitätsziele hat die Dolder Hotel AG im Berichtsjahr noch nicht definiert.
Die wesentlichen Standorte der Dolder Hotel AG befinden sich an der Kurhausstrasse 65, 8032 Zürich (The Dolder Grand) sowie an der Kurhausstrasse 20, 8032 Zürich (Dolder Waldhaus). Das Areal liegt am Rand des Adlisbergwalds, innerhalb der Schutzzone der Quellengruppe «Dolderwiese» und wird verkehrsmässig durch die Dolderbahn erschlossen, eine Zahnradbahn im Zürcher Verkehrsverbund.
Als Grundlage für die Bewertung der Biodiversitätssensibilität wurde das Smaragd-Netzwerk (Emerald Network) der Berner Konvention herangezogen – das für die Schweiz massgebliche Schutzgebietsinstrument auf europäischer Ebene. Beide Standorte wurden in einem Radius von 5 Kilometern auf die Nähe zu ausgewiesenen Smaragd-Gebieten geprüft. Das Screening ergab, dass sich kein Smaragd-Gebiet innerhalb dieses Radius befindet.
Im näheren Umfeld befindet sich das Wehrenbachtobel, ein kantonales Natur- und Landschaftsschutzgebiet mit eigener Schutzverordnung des Kantons Zürich.