6.1 Energie & Klima
Energie und Klima sind die zentralen Hebel unseres ökologischen Fussabdrucks. Seit der Wiedereröffnung 2008 verfolgen wir ein klares Ziel: Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen konsequent senken – ohne Abstriche an Qualität und Gastfreundschaft. Heute stammen über vier Fünftel unserer Energie aus erneuerbaren Quellen.
Sofern nicht anders angegeben, beziehen sich sämtliche Umweltkennzahlen in diesem Kapitel – einschliesslich Energie, Treibhausgasemissionen, Wasser und Abfall – auf den Standort The Dolder Grand (Kurhausstrasse 65, Zürich).
Das Fundament unserer Energieversorgung bildet eine Kombination aus erneuerbaren Quellen und energieeffizienter Gebäudetechnik, die wir seit 2008 konsequent aufgebaut haben.
Knapp zwei Drittel unseres Energiebedarfs decken wir mit Strom aus Europäischer Wasserkraft – seit der Wiedereröffnung 2008 zu 100 % aus erneuerbaren Quellen. Trotz stetig steigender Gästezahlen ist der Strombezug gegenüber 2008, dem Jahr der Wiedereröffnung, um rund 10 % gesunken. Seit 2024 ergänzt eine Photovoltaikanlage mit 488 Paneelen auf den Dächern unserer modernen Gebäudeflügel und der Bergstation der Dolderbahn den Strommix. Die Dachflächen sind mit einer extensiven Wildblumen-Sedum-Begrünung versehen, deren Verdunstungskühlung den Wirkungsgrad der Panels zusätzlich erhöht.
Rund ein Sechstel der Energie liefert unsere Geothermieanlage: 70 Erdsonden in 152 Metern Tiefe versorgen das Dolder Grand mit Wärme und Kälte. In Kombination mit einer Wärmepumpe wird das Brauchwarmwasser von rund 8 °C auf 45 °C vorgewärmt. Lediglich für die erforderliche Hochtemperatur von 65 °C wird Stützenergie aus dem Gasheizkessel eingesetzt. Diese Erdspeichertechnik hat es ermöglicht, den gebäudebezogenen Energieverbrauch trotz Verdoppelung der Nutzfläche durch den Umbau 2004–2008 insgesamt zu halbieren.
Erdgas dient primär der Spitzenlast-Wärmeerzeugung und der Hochtemperatur-Bereitstellung. Der Verbrauch ist gegenüber 2008 um rund 36 % gesunken, bleibt jedoch der mit Abstand grösste direkte Emissionstreiber. Ergänzt wird der Mix durch geringe Mengen Bio-Ethanol, Holz und Holzkohle für die Gastronomie sowie Propan und Butan für die Küchen.
Im Dolder Grand sorgt ein modernes Gebäudeleitsystem dafür, dass Energie genau dort eingesetzt wird, wo sie tatsächlich benötigt wird. Durch die intelligente Abstimmung von Anlagen, Nutzungszeiten und Raumklima wird der Energieverbrauch laufend optimiert. Die Lüftungsanlagen verfügen über eine Wärmerückgewinnung: Die in der Abluft enthaltene Energie wird genutzt, um die Zuluft vorzuwärmen bzw. vorzukühlen. Dieses Engagement wird mit dem Effizienz-Label der Energie-Agentur der Wirtschaft (EnAW) gewürdigt, bei der die Dolder Hotel AG seit 2005 im Rahmen einer massnahmenorientierten Zielvereinbarung Mitglied ist.
Auch im Gästeerlebnis setzen wir auf ressourcenschonende Lösungen: Unser Wäschekonzept sieht vor, dass Bettwäsche standardmässig nur alle drei Tage gewechselt wird und Handtücher nur auf Wunsch. Diese Linen & Towel Policy reduziert Waschzyklen, Energiebedarf, Wasserverbrauch und den Einsatz von Waschmitteln. Zusätzlich können Gäste aktiv auf den täglichen Zimmerreinigungsservice verzichten.
Beim Fuhrpark setzen wir zunehmend auf Elektro- und Hybridantriebe: Von unseren sechs Limousinen sind bereits vier Hybrid- bzw. Elektrofahrzeuge und bei den Gästefahrzeugen (Complimentary Cars) ist jeweils im Sommer einer vollelektrisch und im Winter einer vollelektrisch und einer Hybrid. Für eine emissionsärmere Anreise bieten wir Ladeinfrastruktur im Parking mit Lastmanagement sowie zusätzliche Lademöglichkeiten beim Main Building.
Über das myclimate-Programm Cause We Care (seit 2020) können Gäste einen freiwilligen Klimabeitrag leisten; das Hotel verdoppelt den Betrag und investiert die Hälfte des Gastbeitrages in das Klimaschutzprojekt «Mit energieeffizienten Kochern zurück zur grünen Insel auf Madagaskar» sowie den Rest in lokale Energieeffizienz- und Treibhausgasreduktionsmassnahmen. Seit 2020 wurden mit den Beiträgen in das Projekt auf Madagaskar rund 11’400 Tonnen CO₂e reduziert, ergänzt durch weitere 3’400 Tonnen aus zusätzlichen Klimaschutzinvestitionen.
Unsere Seminarpauschalen sind standardmässig vegetarisch. Fleisch- oder Fischoptionen sind für einen Aufpreis buchbar, wovon CHF 2.00 pro Person als Klimabeitrag an Cause We Care fliessen. Im Mitarbeitendenrestaurant Green ist das Angebot jeden Mittwoch vegan – eine Initiative (Vegan Wednesday, seit 2021), die aus Mitarbeitendenvorschlägen entstand und vom D-Impact Team umgesetzt wurde.
Der Gesamtenergieverbrauch des Dolder Grand belief sich im Berichtsjahr 2025 auf rund 10’700 MWh. Der Anteil erneuerbarer Energien lag bei 83.5 %.
| Energieträger | Erneuerbar | Nicht erneuerbar | Gesamt (MWh) |
|---|---|---|---|
| Elektrizität (Bezug, Wasserkraft) | 6’812 | 6’812 | |
| Eigenerzeugung Photovoltaik | 230 | 230 | |
| Geothermie (Erdsonden) | 1’861 | 1’861 | |
| Kraftstoffe stationär | 29 | 1’666 | 1’695 |
| – davon Erdgas | 1’663 | ||
| – davon Propan / Butan | 2 | ||
| – davon Bio-Ethanol, Holz, Holzkohle | 29 | ||
| Kraftstoffe mobil (Benzin, Diesel) | 102 | 102 | |
| Gesamt | 8’932 | 1’768 | 10’700 |
| Anteil | 83.5 % | 16.5 % | 100 % |
Quelle: EarthCheck-Erhebung 2025 / interne Verbrauchsdaten. Werte gerundet. Elektrizität gemäss Versorgerrechnung; Geothermie umfasst Wärme- und Kälteproduktion aus dem Erdsondenfeld; Photovoltaik = Eigenproduktion vor Ort.
Seit 2008 erfassen und analysieren wir systematisch unsere Treibhausgasemissionen, um Fortschritte zu dokumentieren und gezielte Reduktionsmassnahmen abzuleiten. Seit 2021 erfolgt die Bilanzierung in Partnerschaft mit myclimate und umfasst neben den energieverbrauchsbedingten Emissionen auch weitere betriebliche Aktivitäten entlang der Wertschöpfungskette.
Die Bilanzierung erfolgt nach dem international anerkannten Standard für Treibhausgasbilanzierung - GHG Protocol (The Greenhouse Gas Protocol, (WRI, 2004)) und umfasst alle Emissionen unter operativer Kontrolle des Unternehmens.
Im Berichtsjahr 2025 beliefen sich die gesamten Emissionen der Dolder Hotel AG auf 4'047.51 Tonnen CO₂e.
Treibhausgasemissionen nach Scopes
Die Emissionen werden gemäss dem GHG Protocol in drei Scopes gegliedert:
Scope 1
(direkte Emissionen aus den eigenen betrieblichen Anlagen und Geschäftsfahrzeugen): 383 t CO₂e (9.5 %) – hauptsächlich Erdgas für die Wärmeerzeugung sowie der Fuhrpark.
Scope 2
(indirekte Emissionen aus bezogener Energie: eingekaufter Strom, Dampf, Wärme und Kälte für den Eigengebrauch): 1.4 t CO₂e (< 0.1 %) – durch den Bezug von 100 % erneuerbarem Strom nahezu null (marktbasiert).
Scope 3
(indirekte Emissionen in der Wertschöpfungskette): 3'663 t CO₂e (90.5 %) – der mit Abstand grösste Anteil. Die Bilanzierung umfasst alle wesentlichen Kategorien des GHG Protocol, darunter Beschaffung von Waren und Dienstleistungen, vorgelagerte Energieerzeugung, Arbeitswege der Mitarbeitenden, externe Wäscherei, Geschäftsreisen, Transport und Distribution, Investitionsgüter sowie Betriebsabfälle. Den grössten Einzelposten bildet die Verpflegung: Lebensmittel und Getränke machen mit 2'258 t CO₂e allein 56 % der Gesamtemissionen aus. Weitere wesentliche Treiber sind der Pendelverkehr der Mitarbeitenden (474 t CO₂e, 12 %), die vorgelagerte Wärme- und Kälteerzeugung (479 t CO₂e, 12 %), die externe Wäscherei (243 t CO₂e, 6 %), Geschäftsreisen (162 t CO₂e, 4 %) sowie Abfall und Recycling (47 t CO₂e, 1 %).
Jahresvergleich 2023, 2024, 2025
B3, §30 – inkl. freiwilliger Scope-3-Offenlegung gem. umfassendem Modul (§50–53)
| Emissionsquelle | 2023 in t CO₂e | 2024 in t CO₂e | 2025 in t CO₂e |
|---|---|---|---|
| Scope 1 gesamt | 350.98 | 352.87 | 383.28 |
| Scope 2 (standortbasiert) | 117.86 | 115.38 | 116.11 |
| Scope 1 + 2 (standortbasiert) | 468.84 | 468.25 | 499.39 |
| Scope 2 (marktbasiert, 100 % erneuerbarer Strom) | 1.44 | 1.40 | 1.41 |
| Scope 1 + 2 (marktbasiert) | 352.42 | 354.27 | 384.69 |
| Scope 3 gesamt | 3’551.64 | 3'436.05 | 3'662.82 |
| Gesamtemissionen Scope 1+2+3 (marktbasiert) | 3'904.06 | 3'790.32 | 4'047.51 |
Quelle: myclimate-THG-Bilanzierung. Scope 2 standortbasiert: berechnet auf Basis des Schweizer Verbrauchermixes (Emissionsfaktor ca. 0.0169 kg CO₂e/kWh gemäss BAFU/KBOB). Scope 2 marktbasiert: Der Strombezug erfolgt zu 100 % aus zertifizierter Schweizer Wasserkraft (Herkunftsnachweise). Die marktbasierte Angabe erfolgt ergänzend gemäss GHG Protocol Scope 2 Guidance.
| Kennzahl | 2024 | 2025 |
|---|---|---|
| Scope 1+2 (standortbasiert) / Umsatz | 7.1 t CO₂e / Mio. CHF | 6.6 t CO₂e / Mio. CHF |
| Scope 1+2 (marktbasiert) / Umsatz | 5.4 t CO₂e / Mio. CHF | 5.1 t CO₂e / Mio. CHF |
| CO₂e Scope 1+2 / Gast | 3.36 kg | 3.06 kg |
| CO₂e Scope 3 / Gast | 28.56 kg | 29.15 kg |
Quelle Emissionen: myclimate-Bilanzierung nach GHG Protocol. Intensitätskennzahlen: Bezugsgrösse EarthCheck-Aktivitätsausmass (Guest Nights).
Die Intensitätskennzahlen «pro Gast» basieren auf dem EarthCheck-Aktivitätsausmass (2025: 125'656 Guest Nights). Dieses berechnet sich wie folgt:
Übernachtende Gäste + Mitarbeiterübernachtungen + (Tagesgäste ÷ 3) + (externe Restaurantgäste ÷ 4)
Als Tagesgäste gelten Eventgäste, Day-Spa-Gäste und Spa-Member-Besuche. Die Gewichtungsfaktoren (÷ 3 bzw. ÷ 4) spiegeln den geringeren Ressourcenverbrauch von Tagesgästen gegenüber Übernachtungsgästen wider.
Die im Kapitel «Über diesen Bericht» genannten 71'442 Logiernächte beziehen sich ausschliesslich auf Gästeübernachtungen. Das EarthCheck-Aktivitätsausmass wird einheitlich für alle Umweltkennzahlen (Energie, Wasser, Abfall, Emissionen pro Gast) verwendet und ermöglicht den Vergleich mit dem EarthCheck-Benchmarking.
Unsere Umweltstrategie im Bereich Energie und Klima verfolgt folgendes Ziel: die schrittweise Dekarbonisierung des Betriebs bei gleichzeitiger Steigerung der Energieeffizienz. Die messbaren Zielwerte sind in unserer Nachhaltigkeits-Scorecard verankert und werden jährlich überprüft.
| Zielgrösse | Basisjahr | Basiswert | Ziel 2026 |
|---|---|---|---|
| CO₂e gesamt (t) (gerundet) | 2025 | 4’048.00 | 3’643.00 |
| CO₂e Scope 1+2 / Gast (kg) | 2025 | 3.06 | 2.76 |
| CO₂e Scope 3 / Gast (kg) | 2025 | 29.15 | 26.23 |
| Erneuerbare Energien (%) | 2025 | 83.5 % | 85.0 % |
| Gesamtstromverbrauch / Gast (MJ) | 2025 | 318.68 | 286.81 |
| Stat. Kraftstoffe / Gast (MJ) | 2025 | 50.46 | 45.41 |
Scope-Abdeckung: 100 % der Scope-1- und Scope-2-Emissionen sowie die wesentlichen Scope-3-Kategorien.
Folgende Initiativen sind in Umsetzung bzw. geplant, um die gesetzten Ziele zu erreichen:
Dekarbonisierung der Wärmeversorgung. Erdgas ist mit Abstand der grösste direkte Emissionstreiber und macht den überwiegenden Anteil unserer Scope-1+2-Emissionen aus. Die aktuell umgesetzten Effizienz- und Optimierungsmassnahmen führen zu einer moderaten Reduktion der CO₂-Emissionen im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Da der Hauptanteil der Emissionen auf den Einsatz von Erdgas zurückzuführen ist, bleibt der Gesamteffekt begrenzt. Eine signifikante Reduktion erfordert ergänzend strukturelle Anpassungen in der Wärmeerzeugung. Kurz- bis mittelfristig liegt der Fokus auf der Verbrauchsreduktion durch betriebliche Effizienzsteigerungen und Anlagenoptimierung. Parallel evaluieren wir Optionen für strukturelle Anpassungen in der Wärmeerzeugung, um den fossilen Energieträger langfristig zu substituieren.
Kurzfristig tragen zusätzliche Massnahmen wie die geplante Wärmerückgewinnung aus dem Fettabscheider der Gastronomie zur weiteren Effizienzsteigerung bei.
Gebäudetechnik und Betriebsführung. Energieströme werden über das zentrale Gebäudeleitsystem systematisch analysiert, um Effizienzpotenziale laufend zu identifizieren und zu heben. Konkret umfasst dies das fortlaufende Upgrade der Zimmersteuerung mit Energiesparmodus, den hydraulischen Abgleich des Heizsystems, die weitere Umrüstung auf LED-Beleuchtung, die im Berichtsjahr in weiteren Gebäudebereichen vorangetrieben wurde, sowie die Optimierung von Lüftung und Warmwasserbereitung.
Elektrifizierung des Fuhrparks. Im Berichtsjahr 2025 wurde die Gästeflotte von BMW 7er Diesel-Modellen auf BMW 7er Hybrid-Fahrzeuge umgestellt. Damit konnten die direkten CO₂-Emissionen im Bereich Gästetransporte und Dienstfahrten weiter reduziert werden. Die schrittweise Elektrifizierung wird fortgesetzt, mit dem Ziel, den verbleibenden fossilen Anteil bei Limousinen und Betriebsfahrzeugen weiter zu senken.
Scope-3-Reduktion. Die grössten Hebel liegen bei Verpflegung und Getränken (56 % der Gesamtemissionen) und beim Pendelverkehr der Mitarbeitenden (12 %). Eine separate Mobilitätsumfrage (2025) zeigt, wo der Hebel liegt: Obwohl 55 % der Belegschaft den öffentlichen Verkehr nutzen, entfallen 66 % der Pendel-Emissionen auf die 38 %, die mit dem Auto zur Arbeit kommen. Die durchschnittliche Pendelstrecke pro Vollzeitäquivalent liegt mit 38,3 km über dem Schweizer Durchschnitt von 27,4 km. Auf dieser Grundlage werden aktuell Anreize für nachhaltige Mobilität geprüft.
Emissionsgutschriften und Klimaschutzinvestitionen
Emissionsgutschriften werden nicht als Reduktion der Bruttoemissionen angerechnet, sondern separat ausgewiesen (vgl. VSME §218/219).
| Kumuliert seit 2020 | davon 2025 | |
|---|---|---|
| Cause We Care | ||
| Klimaschutzbeitrag (CHF) | 325'211 | 38'689 |
| Klimaschutzbeitrag Reduktion (t CO₂e) | 11'371 | 1'353 |
| Weitere Klimaschutzinvestitionen | ||
| Kompensation betriebliche Flüge (CHF) | 21’986 | 4'657 |
| Kompensation betriebliche Flüge (t CO₂e) | 773 | 163 |
| Zusätzliche Klimaschutzbeiträge (2022, 2023, 2024) (CHF) | 75'299 | |
| Zusätzliche Klimaschutzbeiträge (2022, 2023, 2024) (t CO₂e) | 2'633 | |
| Total | ||
| Investition (CHF) | 423’229 | 43’346 |
| Emissionsreduktion (t CO₂e) | 14’800 | 1’516 |
Die Gutschriften stammen aus myclimate-Klimaschutzprojekten, insbesondere dem Projekt «Mit energieeffizienten Kochern zurück zur grünen Insel auf Madagaskar» (Emissionsreduktion). Die Dolder Hotel AG verwendet den Begriff «klimaneutral» nicht.
Die Dolder Hotel AG hat im Berichtsjahr 2025 noch keine systematische Analyse physischer und transitorischer Klimarisiken, einschliesslich der Bewertung klimabezogener Gefahren und Übergangsereignisse sowie deren potenzieller Auswirkungen auf Vermögenswerte, Geschäftstätigkeit und Wertschöpfungskette durchgeführt.