6.5 Ressourcennutzung, Kreislaufwirtschaft und Abfallmanagement
Die Dolder Hotel AG orientiert sich an den Grundsätzen der Kreislaufwirtschaft. In unserer Beschaffungsrichtlinie ist verankert, dass Produkte und Geräte wo immer möglich den Prinzipien der Wiederaufbereitbarkeit, Reparierbarkeit, Wiederverwendbarkeit und Rezyklierbarkeit entsprechen sollen. Im Betrieb zeigt sich dies konkret: Lebensmittelabfälle werden zu Biogas und Altöl zu Biodiesel verarbeitet, Rüstabfälle und Knochen für Fonds und Suppen weiterverwendet, und beim Umbau des Dolder Waldhaus wird bewusst auf den Erhalt der bestehenden Bausubstanz und die Wiederverwendung von Rückbaumaterial gesetzt, um die graue Energie signifikant zu reduzieren. Überschüssiges Verpackungsmaterial wird wo immer möglich den Lieferanten bei Lieferung zur Entsorgung zurückgegeben. Diese Massnahmen verstehen wir als erste Schritte zu einer systematischen Kreislaufwirtschaft über alle Betriebsbereiche (B7, §37).
Abfallmanagement
Um gezielt steuern zu können, messen wir konsequent: Die Mengen und Kosten der einzelnen Abfallkategorien werden monatlich von externen Partnern erfasst, intern dokumentiert und über die EarthCheck-Software systematisch überwacht. Diese lückenlose Datengrundlage ermöglicht es uns, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und gezielt gegenzusteuern.
Im Berichtsjahr 2025 belief sich das gesamte Abfallaufkommen auf 613.5 Tonnen. Davon konnten 83.6 % einer Wiederverwertung zugeführt werden – durch Recycling, Wiederverwendung (bspw. Mehrwegglas), Kompostierung oder Biogas-Aufbereitung.
Die drei grössten Abfallfraktionen sind Mischabfall (171 t, thermische Verwertung in der KVA), Glas (165 t, Recycling) und Lebensmittelabfälle (153 t, Biogas). Lebensmittelabfälle werden von einem lokalen Dienstleister abgeholt und zu Biogas verarbeitet; Altöl wird zu Biodiesel aufbereitet.
Gegenüber dem Vorjahr stieg die Gesamtabfallmenge um 23.5 % (+117 t). Dieser Anstieg ist teilweise durch das Geschäftswachstum erklärbar – die Gästezahlen nahmen um 10,8 % zu. Die Abfallintensität pro Gast stieg mit 4.88 kg gegenüber 4.55 kg im Vorjahr (+7.3 %) nur moderat an. Dies deutet darauf hin, dass der Mehrabfall grösstenteils volumenbedingt ist, teilweise aber auch auf betriebliche Effekte und veränderte Erfassungsmethoden zurückzuführen sein dürfte. Die Analyse der Ursachen und die Ableitung gezielter Gegenmassnahmen sind Teil unserer laufenden Arbeiten.
Umgang mit Food Waste
Lebensmittelabfälle machen mit 153 Tonnen rund ein Viertel des gesamten Abfallaufkommens aus. Im Umgang damit verfolgen wir eine klare Hierarchie: Vermeiden – Vermindern – Verwerten.
Vermeiden. Eine möglichst genaue Einkaufs- und Produktionsplanung, die sich der schwankenden Auslastung anpasst, ist Grundvoraussetzung. Im Eventbereich fliessen Erfahrungswerte aus wiederkehrenden Anlässen in die Planung ein. In unseren Restaurants konnten wir durch ein Tischreservierungssystem mit Anzahlung die No-Shows stark reduzieren und damit die Planungssicherheit in Einkauf und Produktion erhöhen. Frühstücksspeisen bieten wir grösstenteils als Einzelportionen an, um Übermengen auf dem Buffet zu vermeiden. Grundsätzlich gilt: Alles wird verarbeitet. Rüstabfälle, Abschnitte und Knochen werden für Fonds und Suppen aufbewahrt und weiterverwendet.
Vermindern. Fällt die Planung anders aus als erwartet, gelangen überschüssige Speisen – wo dies mikrobiologisch und nach Lebensmittelgesetz möglich ist – in unserem Mitarbeitendenrestaurant Green. Bei grösseren Mengen an «Leftovers», wie sie bei Events anfallen können, spenden wir diese an eine lokale Hilfsorganisation, die sie an Bedürftige weitergibt.
Verwerten. Nicht mehr verwendbare Küchen- und Lebensmittelabfälle werden zu Biogas, Altöl zu Biodiesel verarbeitet (siehe oben).
Die Dolder Hotel AG hat zudem am Buchprojekt «Taste Not Waste» von Esther Kern mitgewirkt, das in Zusammenarbeit mit den Responsible Hotels of Switzerland im Januar 2026 erschienen ist – ein Beitrag zum branchenweiten Wissensaustausch im Umgang mit Lebensmittelverschwendung und «Food Save».
Circular Tour de Suisse
2025 war die Dolder Hotel AG Gastgeberin eines C-Lounge Events der Circular Tour de Suisse. Der Anlass bot Raum für Dialoge rund um Kreislaufwirtschaft, Innovation und nachhaltige Entwicklung im Schweizer Wirtschafts- und Tourismussektor.
Unser Ziel ist es, die Abfallmenge pro Gast bis 2026 auf 10,08 Liter zu senken und die Recyclingquote auf 85 % zu steigern. Die langfristigen Zielwerte für 2035 befinden sich in Erarbeitung.
| Kennzahl | Ist 2025 | Ziel 2026 |
|---|---|---|
| Abfall / Gast (L) | 13.53 | 10.08 |
| Recyclingquote (%) | 83.6% | 85.0% |
Die Dolder Hotel AG wird zudem die Ursachen des gestiegenen Abfallaufkommens pro Gast im Detail analysieren und gezielte Reduktionsmassnahmen ableiten.
Wir sind seit April 2026 Mitglied bei United Against Waste und machen bei der Initiative «Food Save Züri» mit. Ziel ist klar: weniger Food Waste – mehr Wirkung und mehr Effizienz. Im Rahmen von «Food Save Zürich» erfassten wir im Frühling 2026 über einen Zeitraum von 4 Wochen unseren Ist-Zustand, messen Lebensmittelabfälle systematisch und setzen gezielte Massnahmen um. Dabei werden wir mit Workshops und Expert*innen-Begleitung unterstützt. So reduzieren wir vermeidbare Verluste, verbessern unsere Prozesse in Küche und Service und sparen gleichzeitig Kosten – ein konkreter Schritt für mehr Nachhaltigkeit im Betrieb. Im nächstjährigen Bericht werden wir an dieser Stelle über unsere Erkenntnisse, Massnahmen und Fortschritte berichten können.
| Abfallart | 2024 (t) | 2025 (t) | Behandlung |
|---|---|---|---|
| Nicht gefährliche Abfälleächte | |||
| Mischabfall (KVA) | 145.22 | 171.00 | Verbrennung |
| Glas (Einweg-, Mehrwegglas) | 128.19 | 164.85 | Recycling |
| Lebensmittelabfälle | 126.12 | 153.41 | Biogas |
| Karton | 26.75 | 30.79 | Recycling |
| Gartenabfälle | 16.02 | 25.28 | Kompostierung / Biogas |
| Möbel / Sperrgut | 17.70 | 24.03 | Recycling / KVA |
| Kunststoffe | 11.73 | 13.95 | Recycling |
| Papier | 3.26 | 6.87 | Recycling |
| Holz | 3.76 | 6.37 | Recycling |
| Porzellan / Keramik | 2.02 | 3.50 | Recycling / Deponie |
| Aluminium (inkl. Nespresso-Kapseln) | 2.54 | 2.74 | Recycling |
| Elektrogeräte | 2.57 | 1.87 | Recycling |
| Metalle (Eisen/Stahl) | 3.51 | 1.34 | Recycling |
| PET-Flaschen | 1.52 | 0.64 | Recycling |
| Styropor | 1.19 | 0.11 | Recycling |
| Kork | – | 0.01 | Recycling |
| Zwischentotal nicht gefährlich | 491.62 | 606.80 | |
| Gefährliche Abfälle | |||
| Altöl (Küchen-/Speiseöle) | 4.43 | 6.48 | Biodiesel |
| Sonderabfall (Farben, Lösungsmittel, Reinigungsmittel) | – | 0.23 | Deponie |
| Zwischentotal gefährlich | 4.43 | 6.71 | |
| Gesamtes Abfallaufkommen | 496.60 | 613.50 |
| Kennzahl | 2024 | 2025 |
|---|---|---|
| Gesamtes Abfallaufkommen | 496.56 t | 613.46 t |
| davon recycelt / wiederverwendet / kompostiert | 410.42 t | 512.85 t |
| davon thermisch verwertet (KVA) | 81.69 t | 93.90 t |
| davon deponiert | 4.45 t | 6.71 t |
| Recyclingquote | 82.6% | 83.6% |
| Abfallintensität pro Gast | 4.55 kg | 4.88 kg |
Altöl wird zu Biodiesel verarbeitet und ist gemäss EarthCheck-Systematik unter «Recycling» erfasst. Mischabfall wird in der Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) thermisch verwertet.